In Memoriam Jonathan Gould 

Wir vermissen ihn – Zum Tod von Jonathan Gould

 

Tief bestürzt nehmen wir Abschied von unserem Freund und Kollegen Jonathan Gould. Er ist am 30. Oktober von uns gegangen, wenige Tage nach einer schweren Herz-Operation. Viel zu früh. Am 6. November wäre er 54 Jahre alt geworden.

 

Die Lücke, die er reißt, ist groß. Jonathan war nicht nur ein erstklassiger Journalist, dem die fundierte Recherche über alles ging. Er war vor allem ein wunderbarer Mensch – warmherzig, sensibel, aufmerksam, hilfsbereit, immer höflich und zuvorkommend. Er hat uns zum Lachen gebracht, wenn uns gar nicht zum Lachen war. Und er hat uns geholfen, die richtigen Fragen zu stellen. Sein Humor war so trocken, sein Auftreten so leise und bescheiden, dass ihn manche für das Paradebeispiel eines britischen Gentleman hielten.

 

Dabei war Jonathan Amerikaner, und zwar ein sehr weltgewandter: Er lebte in Frankreich, Großbritannien, Italien, Belgien und Deutschland und sprach alle diese Sprachen fließend. Ein Naturtalent. Seit April 2000 gehörte Jonathan zur Reuters-Familie. Mit großer Leidenschaft berichtete er in Frankfurt zunächst über die Europäische Zentralbank und später über die zerbrechliche deutsche Finanzbranche. Jonathan hatte vor allem die Versicherer und die Regulierer im Blick. Nach Dienstschluss liebte er die Oper und war ein begeisterter Gärtner. Er hatte noch so viel vor!

 

Jonathan hinterlässt seine Frau Catherine und seine beiden Töchter Alexandria und Josephine. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei der Familie. 

 

Kathrin Jones, im November 2016